Internationale Zusammenarbeit für die Jugendhilfe: Unsere Reise nach Nairobi

Ende März 2026 durften wir als Geschäftsführer der Junge Zukunft gGmbH eine besondere Reise antreten: Vom 26.03. bis zum 31.03. waren wir in Nairobi, Kenia, um neue Perspektiven für unsere Arbeit in der Jugendhilfe zu gewinnen und internationale Kooperationen aufzubauen.

Einblicke in die Jugendhilfe vor Ort

Während unseres Aufenthalts hatten wir die Gelegenheit, verschiedene lokale Jugendhilfeprojekte zu besuchen und mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern vor Ort in den Austausch zu gehen.

Ein besonders prägender Besuch führte uns zur Mully Children’s Family. Dort verbrachten wir einen gesamten Tag auf dem beeindruckenden, rund 200 Acre großen Campus. Auf diesem Gelände leben und lernen etwa 1.000 Kinder.

Neben den klassischen Betreuungs- und Bildungsangeboten gibt es dort auch eine spezielle Einrichtung für die Mutter-Kind-Betreuung mit etwa 35 Plätzen. Die Kombination aus Versorgung, Bildung, Gemeinschaft und Perspektivarbeit hat uns tief beeindruckt.

Die Arbeit vor Ort ist geprägt von Kreativität, Improvisation und einem starken Gemeinschaftsgedanken. Viele Fachkräfte leisten Großartiges – häufig mit deutlich weniger Ressourcen, als wir sie in Deutschland gewohnt sind. Diese Eindrücke haben uns nicht nur fachlich bereichert, sondern auch persönlich bewegt.

Zusammenarbeit mit der Mount Kenya University

Ein zentraler Bestandteil unserer Reise war der Besuch der Mount Kenya University (MKU). Dort verbrachten wir zwei intensive Tage im Austausch mit Studierenden und Lehrenden.

Wir hielten Vorträge für Studierende aus den Bereichen: Soziale Arbeit, Sonderpädagogik, Frühkindliche Pädagogik. Im Fokus stand dabei die praktische Arbeit in der Jugendhilfe in Deutschland – insbesondere im Kontext der individuellen Betreuung junger Menschen und der Anforderungen an Fachkräfte im deutschen System.

Der Austausch war von großem Interesse und hoher Motivation geprägt. Viele Studierende zeigten großes Interesse daran, ihre berufliche Zukunft perspektivisch auch in Deutschland zu gestalten.

Meilenstein: Memorandum of Understanding (MoU)

Ein besonderer Meilenstein unserer Reise war die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) mit der Mount Kenya University. Diese Vereinbarung bildet die Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit.

Unser gemeinsames Ziel:
Bereits im Jahr 2026 möchten wir die ersten fünf Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter aus Kenia bei der Junge Zukunft gGmbH beschäftigen.

Dabei setzen wir auf eine enge Begleitung – insbesondere beim Spracherwerb und bei der beruflichen Integration in Deutschland.

Neue Perspektiven: Ausbau unserer Angebote im Bereich Teilhabe

Parallel zu unserer internationalen Zusammenarbeit entwickeln wir unser Leistungsportfolio weiter. Ab 2026/27 planen wir, unser Angebot gezielt auf die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Unterstützungsbedarf auszubauen.

Ein Schwerpunkt wird dabei sein: Hilfen nach § 35a SGB VIII (Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche) bzw. Leistungen im Rahmen des SGB IX.
Besonders im Fokus steht aktuell der Aufbau von spezialisierten Angeboten im Bereich des Autismusspektrums.

Gerade in diesem Bereich zeigt sich bereits heute ein deutlicher Fachkräftemangel in Deutschland. Qualifizierte Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Fachkräfte mit sonderpädagogischer Expertise sind schwer zu finden – bei gleichzeitig wachsendem Bedarf.

Genau hier setzt unsere internationale Zusammenarbeit an:
Die Kooperation mit der Mount Kenya University ermöglicht es uns, gezielt gut ausgebildete Fachkräfte aus Kenia für diesen Bereich zu gewinnen. Viele der Studierenden bringen bereits fundierte Kenntnisse in Sozialer Arbeit, Sonderpädagogik oder frühkindlicher Bildung mit – und zeigen eine hohe Motivation, sich weiterzuentwickeln und in Deutschland zu arbeiten.

Unser Ziel ist es, diese Fachkräfte gezielt für den Bereich der Eingliederungshilfe zu qualifizieren, sprachlich vorzubereiten und nachhaltig in unsere Arbeit zu integrieren.

Damit verbinden wir zwei zentrale Ziele: die Sicherstellung der Fachkräftebasis für einen wachsenden Bedarf in Deutschland und die Schaffung internationaler beruflicher Perspektiven für engagierte Fachkräfte.

So entsteht eine weitere tragende Säule innerhalb der Junge Zukunft – fachlich, strukturell und international vernetzt.

Unser Fazit

Diese Reise war für uns mehr als nur ein fachlicher Austausch – sie war ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft.

Wir sind überzeugt: Internationale Zusammenarbeit kann die Jugendhilfe bereichern, neue Perspektiven eröffnen und nachhaltige Lösungen fördern.

Mit der Partnerschaft zur Mount Kenya University und dem geplanten Ausbau unserer Angebote gehen wir diesen Weg konsequent weiter.

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