Junge Zukunft ist Mitgründer der uAG Careleaver in Pankow
Am 29. Mai 2026 fand im Rathaus Weißensee die Auftaktveranstaltung der neuen uAG Careleaver in Pankow statt. Gemeinsam mit dem Jugendamt Pankow, freien Trägern und weiteren fachlichen Akteur:innen wurde damit ein neuer Arbeitszusammenhang geschaffen, der sich gezielt mit jungen Menschen im Übergang aus der stationären Jugendhilfe in ein eigenständigeres Leben beschäftigt.
Die Junge Zukunft war von Beginn an an diesem Prozess beteiligt und gehört zu den Mitgründern der uAG. Für uns ist das ein wichtiger Schritt, um unsere Praxiserfahrungen einzubringen und gemeinsam mit anderen Beteiligten an fachlichen Standards, klaren Begrifflichkeiten und guten Übergängen zu arbeiten.
Careleaving braucht klare Strukturen
Junge Menschen, deren stationäre Hilfe endet, stehen häufig vor vielen gleichzeitigen Herausforderungen: Wohnraum, Behörden, Ausbildung, Sprache, Finanzen, Alltagsorganisation und persönliche Stabilisierung.
In der Auftaktsitzung wurde deutlich, dass der Begriff „Careleaver“ eigentlich einen Status beschreibt: Jeder junge Mensch, der die Jugendhilfe verlässt, ist Careleaver. Gleichzeitig hat sich der Begriff in Pankow und in Berlin in den vergangenen Jahren auch als Bezeichnung für eine konkrete Angebotsform etabliert.
Von Seiten der Junge Zukunft wurde deshalb der Begriff „Ambulantes Verselbstständigungswohnen (AVW)“ vorgeschlagen, um die Dienstleistung fachlich genauer zu beschreiben: eine ambulant begleitete Wohnform für junge Menschen, deren stationäre Jugendhilfe endet, die aber weiterhin Unterstützung auf dem Weg in die Selbstständigkeit benötigen.
Gleichzeitig wurde festgehalten, dass der Begriff „Careleaver“ inzwischen bekannt ist und nicht vorschnell aufgegeben werden sollte. Sinnvoll erscheint daher eine klarere Unterscheidung zwischen der Zielgruppe Careleaver und der konkreten Angebotsform.
Qualität statt Pauschallösung
Ein zentrales Thema der uAG war die Frage, wie Careleaver-Angebote fachlich gut ausgestaltet werden können. Dabei bestand Einigkeit darüber, dass junge Menschen sehr unterschiedliche Bedarfe haben. Deshalb darf eine pauschale Lösung die individuelle Hilfeplanung nicht ersetzen.
Careleaving darf keine „abgespeckte Jugendhilfe“ sein. Es braucht verlässlichen Wohnraum, sozialpädagogische Begleitung, klare Strukturen und eine realistische Vorbereitung auf ein eigenständiges Leben.
Dazu gehören unter anderem Unterstützung bei Schule, Ausbildung und Arbeit, Begleitung bei Behörden, Aufbau von Alltagskompetenzen, Umgang mit Geld sowie eine klare Perspektivplanung.
Gemeinsam Standards entwickeln
Das Jugendamt Pankow hat in den vergangenen zwei Jahren wichtige Strukturen im Bereich Careleaving aufgebaut. Die uAG soll nun dazu beitragen, diese Entwicklung fachlich weiter zu begleiten, Qualitätsfragen zu klären und Erfahrungen aus der Praxis zusammenzuführen.
Auch die Perspektive der jungen Menschen selbst soll künftig stärker einbezogen werden. Diskutiert wurden unter anderem Möglichkeiten der Vernetzung, Begegnung und gegenseitigen Unterstützung.
Für die Junge Zukunft ist die Mitgründung der uAG Careleaver ein wichtiger Meilenstein. Wir freuen uns, diesen Prozess gemeinsam mit dem Jugendamt Pankow, anderen Trägern und weiteren Fachakteur:innen mitzugestalten.
Unser Ziel ist klar: gute Übergänge, fachliche Standards und echte Perspektiven für junge Menschen auf dem Weg in ein selbstständiges Leben.